Eine schwere Blutung ist ein Notfall, bei dem Sekunden zählen. Unversorgt kann eine lebensbedrohliche Blutung bereits nach wenigen Minuten zum Tod führen.
Jeder – auch Laien – sollte über grundlegende Kenntnisse verfügen, wie man lebensbedrohliche Blutungen stoppt, um im Ernstfall effektiv helfen zu können.
Genau deshalb ist das Thema „Stop the Bleed“ weltweit eines der wichtigsten Erste-Hilfe-Themen überhaupt. Es betrifft nicht nur Profis, sondern alle Menschen, da in Notfallsituationen jeder zum Helfer werden kann. Die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs kann das Selbstvertrauen und die Sicherheit stärken, sodass man im Notfall handlungsfähig bleibt. Der Stop the Bleed Kurs schließt eine Lücke in der klassischen Ersten Hilfe, indem er spezielle Techniken für massive Blutungen intensiv trainiert. Die Kurse sind international anerkannt und basieren auf einem Lehrkonzept, das ursprünglich vom US Militär entwickelt wurde.
In diesem Beitrag lernst du:
- wie du eine starke Blutung erkennst
- welche Reihenfolge der Maßnahmen wirklich funktioniert
- wann ein Tourniquet sinnvoll ist
- wie Woundpacking (Wundtamponade) funktioniert
- wie du einen Druckverband richtig anlegst
- welche Fehler am häufigsten passieren
👉 Wenn du diese Techniken wirklich sicher beherrschen willst, führt kein Weg an einem Stop the Bleed Kurs vorbei – denn das ist 100% Praxis.
Warum starke Blutungen so gefährlich sind
Viele Menschen denken bei Erste Hilfe zuerst an:
- stabile Seitenlage
- Wiederbelebung
- Pflaster und Verbände
Doch in der Realität gilt:
Starke Blutungen sind eine der häufigsten vermeidbaren Todesursachen außerhalb des Krankenhauses. Verbluten ist die Nummer 1 der vermeidbaren Todesursachen.
Unkontrollierte starke Blutungen nach Unfällen stellen eine besondere Gefahr dar, da sie für Verletzte schnell lebensbedrohlich werden können.
Das Problem: Wenn eine große Arterie verletzt wird, verliert der Körper extrem schnell Blut. Bereits ein Blutverlust von etwa 1 Liter Blutmenge bedeutet für Erwachsene akute Lebensgefahr, bei Kindern reicht schon deutlich weniger aus. Ohne schnelle Blutungskontrolle steigt die Gefahr für Verletzte massiv, da starker Blutverlust schnell zum Verbluten führen kann.
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Was bedeutet „Stop the Bleed“?
„Stop the Bleed“ ist ein international bekanntes Ausbildungsprogramm, das in den USA entstanden ist.
STOP THE BLEED® Kurse sind international anerkannt und basieren auf einem Lehrkonzept, das ursprünglich vom US Militär im Bereich der taktischen Medizin entwickelt wurde. Weltweit wurden durch diese Kursen bereits über 1,5 Millionen Menschen geschult. Die Kurse dauern in der Regel 1 bis 2 Stunden und richten sich gezielt an Laien, also Personen ohne medizinische Vorkenntnisse, um im Notfall schnell und effektiv handeln zu können. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. STOP THE BLEED® Kurse stellen eine wertvolle Ergänzung zu jedem Erste Hilfe Kurs dar, da sie spezielle Techniken zur Blutstillung vermitteln und so die Überlebenschancen bei schweren Verletzungen erheblich erhöhen.
Das Ziel ist simpel:
Menschen sollen in der Lage sein, lebensbedrohliche Blutungen zu stoppen – bevor professionelle Rettungskräfte eintreffen.
Ein Stop the Bleed Training konzentriert sich auf die wichtigsten Techniken der Blutungskontrolle:
- Tourniquet anwenden
- Woundpacking / Wundtamponade
- Druckverband anlegen
- Rettungskette und Übergabe
Lebensbedrohliche Blutung erkennen (in 10 Sekunden)
Typische Anzeichen
Eine Blutung ist potenziell lebensbedrohlich, wenn:
- Blut spritzt oder pulsiert
- Blut in kurzer Zeit große Mengen bildet
- Kleidung komplett durchtränkt ist
- der Betroffene blass wird oder schwitzt
- Bewusstsein abnimmt
- starke Schmerzen oder Schockzeichen auftreten
Häufige Ursachen
- Arbeitsunfälle (Maschinen, Werkzeuge)
- Verkehrsunfälle
- Stürze
- Jagd- und Outdoor-Unfälle
- Schießstand-Unfälle
- Gewalt (Stich-/Schussverletzungen)
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Die richtige Reihenfolge: So stoppst du eine Blutung
Viele scheitern nicht an mangelndem Mut, sondern an fehlender Struktur – ein strukturierter Umgang mit Notfällen ist entscheidend, um Blutungen effektiv zu stoppen.
Merksatz
Sichern – Stoppen – Stabilisieren – Übergabe
Schritt 1 – Eigenschutz & Lage überblicken
Bevor du hilfst:
- achte auf Gefahren (Verkehr, Maschinen, Waffen, Glas)
- nutze Handschuhe, wenn verfügbar
- halte Abstand zu Blut (Infektionsschutz)
Eigenschutz geht vor.Die Sicherheit der helfenden Person steht immer an erster Stelle. Ein zweiter Verletzter hilft niemandem.
Schritt 2 – Notruf und Rettungskette starten
Notruf früh absetzen
Bei starker Blutung gilt:
Notruf sofort – nicht erst nach „Versuchen“.
Was du sagen solltest
- Wo ist der Notfall?
- Was ist passiert?
- Wie viele Verletzte?
- Welche Verletzungen? (starke Blutung)
- Wer meldet?
Schritt 3 – Blutung stoppen (die 3 Kerntechniken)
Jetzt kommt das Herzstück: Die folgenden Methoden sind die wichtigsten Techniken der Blutstillung: Du stoppst die Blutung mit einer der drei Methoden.

Methode 1 – Tourniquet anwenden (Abbinden)
Ein Tourniquet ist ein Abbindesystem, das bei lebensbedrohlichen Blutungen an Armen oder Beinen eingesetzt wird. Besonders wichtig ist dabei der gezielte Einsatz der Hand, sowohl beim Anlegen des Tourniquets als auch beim Ausüben von Druck auf die Blutung, um die Blutstillung effektiv zu unterstützen.
Wann ist ein Tourniquet sinnvoll?
- starke Blutung an Arm oder Bein
- Blutung lässt sich nicht schnell kontrollieren
- mehrere Verletzte / Stresslage
- schlechte Sicht / Dunkelheit
- Gefahrensituation (z. B. Straße, Schießstand)
Tourniquet richtig anlegen – Schritt für Schritt
- Tourniquet „high and tight“ anlegen (hoch und fest)
- Band festziehen
- Windlass drehen, bis Blutung stoppt
- Sicherung fixieren
- Zeitpunkt notieren
- nicht lockern oder entfernen
Häufige Fehler beim Tourniquet
- zu locker angelegt
- zu tief (zu nah an der Wunde)
- nicht fest genug gedreht
- nach 2 Minuten wieder gelockert
- falscher Einsatz bei nicht-lebensbedrohlicher Blutung
Tut ein Tourniquet weh?
Ja.
Ein korrekt angelegtes Tourniquet ist schmerzhaft – aber es rettet Leben.
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Methode 2 – Woundpacking / Wundtamponade
Woundpacking bedeutet, eine tiefe Wunde (z. B. Leiste, Achsel, Hals) fest zu tamponieren, um Blutgefäße zu komprimieren. Wundtamponade umfasst dabei das Ausstopfen tiefer Wunden mit Mullbinden. Im stop the bleed Kurs wird die Wundversorgung praktisch geübt, einschließlich des Anlegens von Wundauflagen und dem richtigen Einsatz von Tüchern zur Abdeckung und zum Schutz der Wunde. Die Teilnehmer üben das Tamponieren von Wunden an Trainingsmodellen, um die Technik sicher anzuwenden.
Wann ist Woundpacking notwendig?
- Blutung an Stellen, wo kein Tourniquet möglich ist
- z. B. Leiste, Achsel, Halsansatz
- tiefe penetrierende Verletzungen
- starke Blutung aus einer „Höhle“
Woundpacking Schritt für Schritt
- Wunde freilegen
- Quelle lokalisieren (wo kommt das Blut her?)
- Gaze tief in die Wunde drücken
- Wunde komplett „füllen“
- konstanten Druck halten (mind. 3 Minuten)
- danach Druckverband / Fixierung
Häufige Fehler beim Woundpacking
- zu wenig Material
- nicht tief genug
- zu wenig Druck
- Druck nicht lang genug gehalten
- falsche Stelle gepackt (nicht am Blutungszentrum)
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Methode 3 – Druckverband anlegen
Der Druckverband ist eine der wichtigsten Erste-Hilfe-Techniken, besonders bei mittelstarken und starken Blutungen. Starke Blutungen lassen sich am besten durch ausreichend Druck von außen auf die Wunde stoppen.
Um einen Druckverband optimal anzulegen, wird die Wunde zuerst mit einer keimfreien Wundauflage, wie z. B. einem Tuch, abgedeckt. Bei starken Blutungen sollte am besten zunächst keimfreies Material direkt auf die Wunde gedrückt werden, bevor der eigentliche Druckverband angelegt wird. Anschließend wird die Wundauflage mit Mullbinden fest umwickelt, um den nötigen Druck zu erzeugen und die Blutung zu stillen. Falls ein Druckverband nicht ausreicht, kann bei Bedarf ein zweiter Druckverband darüber angebracht werden, um die Blutung am besten zu kontrollieren.
Wann ist ein Druckverband sinnvoll?
- Blutung ist sichtbar und erreichbar
- Blutung ist nicht pulsierend
- Blutung ist nicht massiv
- als Ergänzung nach Woundpacking
Druckverband Schritt für Schritt
- sterile Kompresse / Verbandpäckchen auflegen
- festen Druck aufbauen
- mit Binde straff fixieren
- Kontrolle: Blutung gestoppt?
- wenn nötig: zweiten Verband oben drauf (nicht entfernen)
Häufige Fehler beim Druckverband
- zu locker gewickelt
- Verband verrutscht
- zu früh abgenommen
- Wunde wird ständig kontrolliert und geöffnet
Was ist besser: Tourniquet oder Druckverband?
Das ist eine der häufigsten Fragen.
Die Antwort ist einfach:
- Tourniquet = bei lebensbedrohlicher Blutung an Extremitäten
- Druckverband = bei kontrollierbarer Blutung
- Woundpacking = bei tiefen Verletzungen ohne Tourniquet-Möglichkeit
Was passiert nach der Blutungskontrolle?
Wenn die Blutung gestoppt ist, geht es weiter mit:
Die weitere Versorgung der Patienten ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden. In vielen Fällen ist eine professionelle Krankenpflege oder die Konsultation eines Arztes notwendig, insbesondere wenn die Verletzung schwerwiegend ist oder die Blutung nicht vollständig kontrolliert werden konnte.
Bestimmte Krankheiten oder Vorerkrankungen können die Nachsorge beeinflussen und erfordern besondere Aufmerksamkeit bei der Versorgung. Achten Sie darauf, die Patienten weiterhin zu beobachten und bei Anzeichen von Verschlechterung umgehend einen Arzt hinzuzuziehen.
Schock verhindern
- warm halten
- beruhigen
- flach lagern (wenn möglich)
- nicht essen/trinken geben
Hypothermie vermeiden
Unterkühlung verschlechtert Blutgerinnung massiv.
Das ist ein unterschätztes Risiko.
Warum du das nicht nur „lesen“, sondern trainieren musst
Viele unterschätzen, wie schwierig diese Techniken in der Realität sind:
- Blut
- Stress
- Zeitdruck
- Handschuhe
- Dunkelheit
- ungewohnte Ausrüstung
In den Stop the Bleed Kursen werden praxisnahe Trainings und wertvolle Tipps vermittelt, damit du im Notfall sicher und effektiv handeln kannst. Die Kurse decken unter anderem verschiedene Szenarien ab, um dich optimal auf unterschiedliche Notfallsituationen vorzubereiten.
Ein Stop the Bleed Training ist deshalb keine Theorie – es ist Praxis.
Du lernst:
- Tourniquet richtig anlegen
- Woundpacking realistisch üben
- Druckverband unter Stress
- Rettungskette & Übergabe
- Fehler vermeiden
FAQ – Häufige Fragen zu Stop the Bleed
Ist Stop the Bleed nur für Einsatzkräfte?
Nein.
Es ist für jeden relevant – besonders für Menschen in Beruf, Outdoor, Jagd, Range, Unternehmen.
Brauche ich spezielle Ausrüstung?
Für das Training nicht.
Für reale Situationen ist ein kleines IFAK sinnvoll.
Wie lange dauert ein Stop the Bleed Kurs?
Typisch: wenige Stunden – stark praxisorientiert.
Kann ich das auch als Teamtraining buchen?
Ja – ideal für Unternehmen, Security-Teams, Vereine oder Schießstände.
Fazit – Blutung stoppen rettet Leben
Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese:
Eine starke Blutung ist ein Zeitproblem.
Wer schnell handelt, kann Leben retten.
Tourniquet, Woundpacking und Druckverband sind die drei wichtigsten Werkzeuge der modernen Blutungskontrolle.
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Wenn du Tourniquet anwenden, Woundpacking und Druckverband nicht nur verstehen, sondern wirklich können willst:
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